Sonntag, 25. November 2012

Es ist noch viel zu früh ...

Es ist noch viel zu früh... so kommt es mir vor und doch geht auch heute die Sonne schon wieder viel zu früh unter. Im Südwesten glitzert es tief und magisch durch die Tannenzweige und ein Vogelschwarm zieht in großen Bahnen vor dem naheliegenden Wäldchen seine Kreise. Auch wenn ich es kaum gemerkt habe, so ist doch unweigerlich der Herbst fast vorbei und die Zeit des Winters bricht an. Kurz sind die Tage und lang die Nächte. Und wie jedes Jahr versammeln sich die Krähen und Rabenvögel um unseren Hof und wachen über ihre Geheimnisse, wispern verstohlen und tun, was sie immer tun - warten und beobachten.

Bei mir im warmen Zimmer frisst mein kleines rosiges Baby an seinen kleinen Fäustchen rum und gluckst und brummt und quitscht vor sich hin. Das sind die Momente in denen ich platzen könnte vor Glück. Mit einer Emsigkeit und höchster Hingabe werden die kleinen Fingerchen erkundet und dann in größter Wohligkeit dran rumgesaugt... Einfach zu niedlich. Meine kleine Faye liegt mit dem Rücken an der Wiege, sucht die Nähe des kleinen Kindes und prüft von Zeit zu Zeit den Geruch des Babies, als wollte sie sichergehen, dass alles in Ordnung ist.


Inzwischen hat sich der Horizont in kaltes Rosa gekleidet und krönt sich mit glühenden Wolkenflöckchen. Sein Gewand wechselt zu eisblaugrün und ich weiß, es wird nur noch wenige Minuten Tageslicht geben. der Wind frischt auf und das leise Heulen im Kamin verspricht einen stürmischen Abend.

Ich schütte mir eine Tasse von meinem heißen Kräuterteepunsch ein und er dampft aufgeregt und wirbelnd in meiner Tasse umher. Ja, denke ich, soll der Wind ruhig kommen. Dann lehne ich mich zurück, lade den Wind ein und schaue warm und wohlig dem Laub zu, dass im letzten Tageslicht einen Reigen tanzt ...


Kommentare:

  1. Hallo,

    Du hast einen sehr schönen Blog!
    Und Dein Baby sieht ja sooo niedlich aus!
    Ich habe zwar keine Kinder, kann aber trotzdem nachvollziehen, wie glücklich Du bist.
    Alles Liebe für DICH und Deine Familie
    wünscht
    Anfrieda

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    1. Liebe Anfrieda, vielen Dank für die Komplimente!! Ja, ich bin total glücklich mit meiner kleinen Familie, hach ♥. Ich wünsche Dir auch alles Liebe und sende Dir einen dicken Drücker!

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  2. Ich freue mich endlich wieder was von dir zu lesen :-) Und dann ein so wunderschöner Post!

    Gerade heute dachte ich daß die Sonne ganz schön früh untergeht. Aber nicht mehr lange und es bleibt wieder länger hell :-)

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    1. Liebe Kivi, ich habe meinen kleinen Blog auch sehr vermisst und immer wieder gedacht 'Ach, das muss ich jetzt unbedingt mal wieder blogen, und dies und jenes und überhaupt...' und schwupp ist es zwei Wochen später. Im Moment fliegt die Zeit nur so dahin... Aber jetzt versuche ich wieder dran zu bleiben, so langsam hat sich mein Alltag eingependelt.

      Und ja, nicht mehr lange dann wird es wieder heller. Aber jede Jahreszeit hat seine Faszination, auch diese lange Dunkelheit. Nur da mir dieses Jahr irgendwie der Sommer gefehlt hat (da lag ich Dank der vorzeitigen Wehen ja sechs/acht Wochen im Bett und auf der Couch) kommt es mir dieses Jahr ganz besonders schnell dunkel vor... Aber ehe wir uns versehen ist es wieder Frühling. Doch jetzt erstmal ♥ Weihnachten ♥!!

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  3. Liebe Miriam,
    dieser Text ist wunderbar. Schön, dass Du wieder öfter schreibst, ich lese Deinen Blog so gerne.
    Aus Deinen Einträgen hört man heraus, dass Dein Geburtserlebnis, neben der großen Freude über Dein Kind, wohl auch etwas dramatisch war. Das tut mir sehr leid, denn ich hätte es Dir so sehr anders gewünscht. Aber die erste Geburt ist selten leicht und als Hebamme bin ich ganz ehrfürchtig vor dieser großen Gewalt, aber manchmal auch geschockt, wieviel eine Frau aushalten oder ertragen muss. Es kann schon sehr brutal sein. Das ist schade, aber auch dahinter verbirgt sich ein Schatz: Es ist die Hingabe. Denn für das Leben des eigenen Kindes gibt man all seine Wünsche und Vorstellungen, wie man diese Geburt gerne gehabt hätte, auf. Man wird ein kleiner Teil von etwas ganz Großem. Sicher auch eine schmerzliche Erfahrung, aber gerade aus diesen geht man gereift hervor, denn es ist ein großes Lebensgeheimnis, dass man nun verinnerlicht hat und dass einen mit vielen Menschen verbindet.
    Ich hoffe und wünsche Dir, dass Deine Wunden heilen und Du Kraft und Stärke in dem Schatz Deiner Hingabe finden kannst.
    Liebe Grüße von Isabelle

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