Freitag, 23. September 2011

Wieder daheim

So meine Lieben, ich bin wieder zurück. Ich bin noch nicht richtig fit, auf keinen Fall, fühle mich noch immer schwach. Aber mit jeden Tag merke ich, dass es mir besser geht. Da will ich euch mal meine kleine Krankheitsgeschichte erzählen.

Alles fing ja nach der Kürbissuppe an. Da dachte ich noch, dass ich sie einfach nicht vertragen habe, dabei waren das schon die Anfänge. Ein paar Tage später waren wir in Hamburg, bis dahin ging es eigentlich wieder einigermaßen, ich hatte zwar immer noch ein paar Bauchkrämpfe, aber das war zu vernachlässigen. Hamburg war emotional sehr, sehr aufreibend und anstrengend (Oma geht wieder gut, aber es gab anderweitig Streit und fiese Diskussionen) und dort wurden dann auch meine Bauchkrämpfe wieder stärker, egal ob ich dort roh oder vegan gegessen habe. Aus Hamburg zurück haben wir uns dann entschlossen den Montag noch nicht wieder zu arbeiten, weil wir noch so fertig und aufgewühlt waren. Ich hatte immer noch Bauchweh und mittlerweile auch Magenschmerzen. In den Nacht zum Dienstag wurde dann alles ganz schnell ganz heftig und dann kam der Brechdurchfall. Die ganze Nacht. Ich war morgens so fertig und voller Schmerzen, dass ich tränenüberströmt am Bett stand und nur noch zum Arzt wollte. Mein Schatz hat mich auch ganz schnell direkt hingefahren und ich habe (entsprechend der wohl grade umhergehenden Magen-Darm-Grippe) Durchfallstopper und etwas gegen Übelkeit bekommen. Wieder zu Hause gings sofort ins Bett und ab hier ging es mir dann einfach stündlich schlechter. Ich habe kaum noch gesprochen, kein Zeitgefühl mehr gehabt und  konnte weder Nahrung noch Flüssigkeit bei mir behalten. Als dann Mittwoch irgendwann auch noch Blut im Stuhl auftauchte sind wir wieder zum Arzt. 

Ich war zu dem Zeitpunkt schon so fertig, mir war alles egal. Der Arzt hat mich dann auch direkt ins Krankenhaus eingewiesen. Es folgten direkt alle möglichen Untersuchungen: EKG, Ultraschall, Puls- und Blutdrucküberwachung, Anal-Untersuchungen, Blutbild, ... Irgendwann bin ich auf ein Zimmer geschoben worden und ich wurde isoliert weil man nicht wusste was ich hatte. Das heißt, alle die mich besuchen wollten mussten Handschuhe, Mundschutz und einen Schutzkittel tragen. Und ich durfte das Zimmer nicht verlassen. Konnte ich natürlich eh nicht.

Ich habe dann insgesamt 35 Stunden nonstop an der Infusion gehangen. Mein Körper wurde rehydriert mit zusätzlichen Schmerz- und Krampfmittel, denn es war nicht mehr auszuhalten. Da wirklich alles durcheinander in mir war, habe ich dann auch noch meine Tage zwei Wochen zu früh bekommen und so heftig wie schon lange nicht mehr. Freitag ging es direkt zur Magenspiegelung mit dem Resultat: Magenschleimhaut-Entzündung und blutige Magenentzündung.

Die ersten Nächte im Krankenhaus waren der Horror. Ich konnte durch die Schmerzen kaum schlafen und bin immer wieder schweißgebadet aus dem Dämmerschlaf aufgewacht um nach der Nachtschwester zu klingeln wegen der Schmerzen. Ich war echt fertig. Das kuriose war, dass ich bis Samstag mittag immer noch super ausgesehen habe! Nicht blass, Farbe im Gesicht - eben richtig gut. So langsam stellten sich auch ein paar Verbesserungen ein, z.B. hatte ich kein Blut mehr im Stuhl. Samstag Mittag habe ich auch das letzte mal nach krampflösenden Mitteln gefragt. Und wenn es so eben auszuhalten ist, dann halte ich das auch aus, ich bin kein Freund von Medikamenten. Aber nachdem ich wieder Herr in meinem Körper war, ging es emotional mit mir bergab. Ich war so traurig und so k.o. Und ab dem Zeitpunkt hat man es mir dann auch angesehen, blass und fertig.

Montag gabs dann noch eine Darmspieglung, wo eine abklingende Darmentzündung festgestellt wurde. Als ich nach der Endoskopie wieder auf meinem Zimmer war, habe ich geweint wie ein Schlosshund. Ich kann nicht mal genau sagen warum... ich war die ganze vorherige Woche so gefühlstot, mir war alles egal. Als mir der Arzt sagte, dass ich ins Krankenhaus muss - war es mir egal. Hätte er mir einen Strauß Blumen geschenkt, ich hätte genauso reagiert. Mir wurde erst der ganze Mist bewußt, als ich nicht mehr unter diesen Drogen stand. Und dann kam wohl alles raus.

Montag abend habe ich dann aktives Problemmanagement betrieben - und meinen Sorgenfresser Ed mit meinen Problemen gefüttert. Und ab da gings bergauf. Dienstag früh hatte ich das erste mal seit ca. 1,5 Wochen ganz normalen Stuhlgang - ich hätte ihn heiraten können. Das war so eine Erleichterung, unfassbar und nicht in Worte zu fassen. Ich war so glücklich. Endlich Hoffnung! Kurze Zeit später, gegen 08:15 Uhr wurde die Isolation aufgehoben. Die Ergebnisse der Stuhlprobe waren zurück und es wurde nichts weiter ansteckendes gefunden. Zwei Stunden später kam der Chefarzt um mit mir die Ergebnisse der ganzen Untersuchungen durchzusprechen.

Ich hatte einen Virus. Durch falsche Erstbehandlung (die Durchfallstopper) hat sich alles verkompliziert und so haben sich durch widrige Umstände die ganzen Entzündungen ergeben. Mein Blutbild wäre super und besser als das vieler Mitarbeiter im Krankenhaus, Nieren- und Leberwerte alle gut. Hätte ich nicht so eine gute Gesundheitsbasis gehabt, wäre ich wahrscheinlich zusammengebrochen und alles hätte ganz anders ausgehen können. Mein Körper hatte den Virus auch soweit schon wieder bekämpft und ich dürfe das Krankenhaus verlassen.

Und dann konnte ich raus. Um 13:47 Uhr. Nach 6 Tagen Isolation - zack raus.

Ich habe in der ganzen Zeit 4 kg verloren. Die 8 Pfund sieht man mir sehr an, denn es ist etwas anderes ob man gesund abnimmt oder so. Dienstag habe ich mich das erste mal bei Tageslicht in unserem eigenen Badezimmer gesehen und mich so erschrocken... eingefallenes Gesicht, ganz blass und bleich, ausgemergelt. Das wird jetzt noch ein paar Tage dauern, bis ich das wieder aufgeholt habe.

Im Krankenhaus habe ich veganes Essen bestellt ("Hallo und hier kommt ihr veganisches Essen!" ♥). Klar hatte ich einen Exotenstatus - nicht nur isoliert, sondern auch noch vegan. Aber die Schwestern waren super lieb und es war kein Problem. Viel habe ich nicht gegessen, denn die ersten Tage konnte ich das noch gar nicht. Als es mir wieder besser ging - naja, es ist eben Krankenhauskost. Salat kam aus der Konserve (Selleriesalat) den ich nicht essen mochte und mittag gab es ein kleines mickriges Blatt Salat mit gekochtem Gemüse und Reis ohne Geschmack. Es war ja nicht lange. Außerdem hatte ich immer noch die Angst, dass ich das alles nicht vertrage durch die Magen- und Darmentzündung... Mein Schatz wollte mich mit Säften und Smoothies versorgen, aber davon wurde mir stark abgeraten, wegen zu starker Reizung.

Jetzt bin ich wieder daheim und trinke meine Smoothies und esse mein Essen. Ganz langsam steigere ich wieder den Rohkostanteil, denn mein Verdauungstrakt ist noch in der Regenerationsphase. Ich habe keine Medikamente verschrieben bekommen und kann mich so schön auf mich konzentrieren. Nächste Woche werde ich auch wieder arbeiten, diese Woche hat mein Schatz mir noch Erholung verschrieben. Aber es geht auch kaum anders. Nicht nur körperlich auch emotional hab ich da noch dran zu knabbern. Ich war noch nie im Krankenhaus, geschweige denn isoliert. 6 Tage in einem kargen, minimalistischen Zimmer ohne alles und danach wieder die volle Ladung, das gibt viel Stoff zum Nachdenken...

Wir werden jetzt noch ein wenig die Tagundnachtgleiche feiern und genießen und ich werde früh ins Bett verschwinden. Morgen gehts dann wieder weiter mit schönen Bildern, diese hier hab ich mit dem Handy im Krankenhaus gemacht... Gute Nacht ihr Lieben!!

Kommentare:

  1. Hört sich echt nicht gut an. Ich wünsch dir weiterhin eine Gute Besserung :)

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  2. Oh du arme -.- ich kenne das, weil ich leider schon viel zeit in meinem leben im krankenhaus verbringen musste -.- schön das du jetzt wieder zu hause bist, da wird man auch viel schneller gesund :) gute besserung weiterhin und das du sehr bald wieder ganz auf den beinen bist!

    Viele liebe Grüße
    Miss Munster

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  3. Du Arme - das klingt so furchtbar. Ich hatte Ähnliches Anfang des Jahres durch - nur dass ich nicht unter Drogen stand, und in den Nächten vor Angst und Sorgen, was es wohl sein könnte, nicht schlafen konnte. Es war schlimm, und ich kann echt nachfühlen, wie es bei dir gewesen sein muss.

    Aber ich bin sehr beruhigt, dass es ein Virus war, auch wenn es für dich so schlimm gewesen ist. Stell dir vor, sie hätten dir eröffnet, dass das an der Ernährung liegen würde? Damit wäre ja ein ganzes Kartenhaus zusammengebrochen.
    Aber nein, weil du so gesund und fit bist, hat dein Körper das optimal durchstehen können. So toll!

    Ich hoffe, du findest bald zu alter Kraft zurück. Lass dich mal fest drücken!

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  4. Oh man, da hast du ja einiges durchmachen müssen. Wie schön, dass es dir langsam besser geht! Ich hoffe du erholst dich ganz schnell von diesem virus! da will man lieber nicht daran denken, wies dir ohne deine rohkost ernährung gegangen wäre...

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  5. Danke ihr Lieben. Ich bin auch super froh, dass es nichts mit meiner Ernährung zu tun hatte, sondern dass es mir geholfen hat gut durch zu kommen. Natürlich hatte ich auch Angst, dass ich was falsch gemacht habe und jetzt vor den Konsequenzen hätte stehen müssen... eine Welt wäre zusammengebrochen. Aber es ist alles gut! ♥

    Ich drück Euch alle ganz fest, und bin so froh, dass es jeden einzelnen von euch gibt, ♥.

    Und nochmal Umarmungen für alle

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  6. Welcome back Miri! Fühl Dich mal geknuddelt ♥♥♥

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  7. Was für eine Horrorstory!
    Ich hoffe, du hast jetzt wirklich alles überstanden!
    Alles alles Liebe für die weitere Genesung!

    Liebe Grüße
    Kris

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  8. Zitat: "Durch falsche Erstbehandlung (die Durchfallstopper) hat sich alles verkompliziert und so haben sich durch widrige Umstände die ganzen Entzündungen ergeben."

    Daher heißt es ja Krankenhaus: weil man dort krank wird. Was für eine üble Geschichte. Zu Hause wäre alles vermutlich weniger schlimm verlaufen. Aber dazu muß man erst einmal den Mut haben. Gute Besserung!

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