Dienstag, 28. Oktober 2014

Xylit, Apfelschalengeheimnisse und Bratapfelzucker

Man kennt es ja leider, für irgendein Rezept werden Äpfel benötigt, aber geschälte. Oder man reibt einen Apfel für sein Baby oder die etwas größeren Zwerge möchten die Schale einfach nicht essen.

Und wohin mit der Schale? All zu oft wandert sie in den Kompost. Eigentlich ist das aber viel zu Schade, denn in der Apfelschale sitzen 70% der gesamten Vitamine des Apfels, außerdem unter anderem Eisen und Magnesium. Viele verstecken sich auch direkt darunter. Schält man also seinen Apfel, entfernt man also zeitgleich einen großen Teil der Vitamine.


Es lohnt sich also den Apfel nicht zu schälen, bevor man ihn ißt. 

Bleibt dann doch mal Schale übrig, gebe ich meine Apfelhaut gerne direkt in den Dörrer und trockne sie. Nach dem Trocknen kann man sie in kleine Stückchen brechen und direkt vernaschen oder als Tee mit heißem Wasser aufgießen. Das ergibt einen wunderbar leichten, milden Tee den auch Kinder sehr gerne mögen. Wenn ihr Euch sicher seid, dass ihr die Schalenstückchen vernaschen wollt, dann lohnt es sich mit Zimt und Kardamom zu experimentieren und die frische Schale vor dem Trocknen auf der feuchten Innenseite etwas mit den Gewürzen zu bestäuben.

Und hier noch eine weitere kleine Idee. Ein kleines, aber wirklich feines Rezept für euch: Bratapfelzucker

Bratapfelzucker
Für ca. 200 g

Schale von ca. 4 Äpfeln (Überbleibsel vom Apfelkuchen z.B., wenn ihr die Schale nicht mit verwertet)
120 g Xylit* (alternativ Rohrohrzucker)
1 TL Zimt
½ TL geriebener Kardamom
1-2 Prisen geriebener Muskat
 
Die Apfelschalen im Ofen oder Lebensmitteltrockner so lange trocknen, bis sie knusprig sind (Beobachten! Ab einem gewissen Zeitpunkt verbrennt die Schale im Ofen sehr rasch). Danach im Mixer oder Mörser fein mahlen. Anschließend zusammen mit den anderen Zutaten vermischen und trocken lagern. 

Tipp: Der Zucker eignet sich hervorragend zum Bestreuen von herbstlichen oder weihnachtlichen Cupcakes/Muffins oder er aromatisiert wunderbar einen leckeren Nachmittagstee ♥♥♥

 *  Xylith, oder auch Xylithol, ist Birkenzucker und wurde ursprünglich in Finnland aus der Rinde von Birken hergestellt, bzw. ihr entzogen. Man findet diesen Zuckeraustauschstoff in vielerlei Gemüse- und Obstsorten und soweit mir bekannt, wird er sogar in unserem eigenen Körper gebildet, sobald es zur Aufspaltung von Kohlenhydraten kommt.

Birkenzucker sieht nahezu genauso wie normaler Kristallzucker aus und kann vom Süßungsgehalt den normalen Zucker 1:1 ersetzen. Jedoch wirkt er nicht so schädigend auf den Körper ein. Xylit wirkt nicht nur antibakteriell, sondern zeigt auch antikariogene Wirkung (gegen Karies) und ist somit ein wunderbares Zahnhygienemittel. 

Vom Geschmack her finde ich den Birkenzucker leicht schmelzend, erfrischend und kühl auf der Zunge. Ansonsten einfach nur süß ohne nennenswerten Eigengeschmack. Wir haben uns vor ein paar Monaten 5 Kilo bestellt und seit dem ist unser Zuckerverbrauch rapide gesunken, denn eigentlich benutzen wir nur noch den Birkenzucker. Zum Backen eignet sich Birkensüß allerdings nicht, denn mit seiner antibakteriellen Wirkung bietet der den Hefekulturen keinen Nährboden.

Mir liegt noch am Herzen darauf hin zu weisen, dass Xylit für Hunde giftig ist und sie auf keinen Fall davon Fressen sollten. Bei Aufnahme von Xylith können die Tiere mit einer starken Ausschüttung von Insulin reagieren, mit der Folge eines lebensbedrohlichem Absinkens des Blutzuckerspiegels. Lebenschädigungen bis hin zu Leberversagen können auch die Folge sein.


Quellen und weiterführende Links
http://de.wikipedia.org/wiki/Xylitol

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/xylit-ia.html
https://www.xucker.de/wissenswertes/



1 Kommentar:

  1. Was für tolle Apfelschalenidden - DANKE!
    Wäre ja auch eine süße Geschenksidee für Weihanchten, so ein Bratapfelzucker.
    Supi... :-)
    GLG, MamaMia

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