Freitag, 20. September 2013

Wenn die Krähen kommen ...


Wenn die Krähen kommen ist es soweit: Wir haben Herbst. Riesige Schwärme sammeln sich bei bei uns auf den Feldern und belagern die pflügenden Bauern. Es sind viele, schwarze Schatten die da flattern. Leise gruselt es mich, aber ich liebe es. Und ich liebe die Krähen.

Schon früh habe ich meine Mama leicht in den Wahnsinn getrieben, weil ich mir schon immer einer Krähe als Haustier gewünscht habe - natürlich ist nie was daraus geworden. Krähen sind keine klassischen Haustiere, kommt man jedoch in die Situation eine Rabenvogel aufzuziehen, hat man einen lebenslangen Freund und Bewacher (!) gewonnen.

Meine Mama kann Krähen nicht leiden, sie hat Angst vor ihnen. Angst vor ihrem Wesen, Angst vor ihren Lauten, Angst vor ihrer Gemeinschaft, einfach Angst vor ihnen. Begündet liegt die Angst wahrscheinlich im alten (Aber-)Glauben als Vogel der Toten und Namen wie Leichenvögel tun da ihr Übriges. In vielen nordischen Mythologien kommen diese wunderbaren Tiere vor. Symbolisch gesehen stehen sie für Weisheit. Odin/Wotan hatte immer seine beiden Raben Hugin und Munin (Gedanke und Erinnerung) und bei Bedarf sandte er sie in die Welt. Die alten Germanen beonachteten sie im Flug um den Ausgang einer Schlacht weissagen zu können.

Krähen sind Teil-Zieher oder Kurzstreckenzieher. Das heißt, das sie keine Zugvögel in dem Sinne sind dass sie immer gen Süden ziehen, wenn der Winter naht. Doch viele Raben und Krähen ziehen aus den nordischen Ländern wie Norwegen, Schweden und Finnland zu uns um hier den Winter zu verbringen. Und so fallen bei uns jedes Jahr riesige Schwärme von Rabenvögeln ein und ziehen von Feld zu Feld. Es ist faszinierend zu beobachten wenn sie sich auf den Strommasten oder in unseren Pappeln sammeln. 

Wie ist das bei Euch? Begegnet ihr Ihnen auch mit gemischten Gefühlen? Oder findet ihr Rabenvögel eher gruselig? Oder faszinierend?

Kommentare:

  1. Ich liebe Krähen und alle Rabenvögel. Wenn wir sommertags auf dem Balkon sahen, dann konnten wir immer ein hin und her fliegen beobachten, das nannten wir die Krähen-Quadrille: 3 Krähen von Süd nach Nord, 4 von West nach Ost, 2 von Ost nach West, 7 von Nordwest nach Ost usw. Wir haben uns belacht. Die reinste Kür.
    Nachdem der Sturm Kyrill bei uns den Wald "geschlagen" hat und wir keine "Krähenfichten" mehr gegenüber stehen haben, fliegen die Krähen auch keine Quadrille mehr. Wir vermissen das. Es gibt jetzt mehr Elstern.

    Ich sah auch mal eine Reportage am Fernsehen, Krähen haben intensive Zweierbeziehungen, manche bleiben alleinstehend, wenn der Partner stirbt.

    Eigentlich aber mag ich sie, weil ich das Gefühl habe, dass sie den Menschen beobachten.

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  2. ich liebe sie...wir haben bei uns auch ganz viele! die kids sagen immer, dass sie jetzt in den krähenwald gehen......seit krabat, mag ich sie noch viel mehr ;)!

    edith

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  3. Ich liebe Krähen und Raben und kann mich nicht genug an ihnen erfreuen. Dies und ihre Bedeutung in der Mythologie haben mich schliesslich zu einer Tattoo Idee geführt, welche ich 2010 dann umgesetzt habe - ich mag nie mehr ohne meinen Raben sein :)

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    1. Das ist ja toll... das wäre auch etwas, was für mich in Frage käme. Super cool. ♥

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