Montag, 25. Juli 2011

Rohkosternährung: Mit oder ohne Getreide?

Ich komme grade aus der Küche, ich habe Rohkost-Zwiebelringe gemacht, Rohkost-Croutons ausprobiert und einen rohen Zucchini-Wrap-Versuch gestartet. Jetzt trocknet alles kuschelig warm im Dörrer vor sich hin und morgen werde ich wissen, ob bei den neuen Versuchen etwas rausgekomen ist.

Dr. Gabriel Cousens schreibt in seinem Buch Bewußt Essen Bd 2: Harmonie und Gesundheit mit vegetarischer Ernährung (S. 33, Essen Sie ganze Lebensmittel):
"Während des Ersten Weltkriegs gab es in Dänemark beträchtliche Nahrungsmittel-engpässe. Um die Not zu lindern, förderte die dänische Regierung den Getreideanbau, während gleichzeitig die Nutztierhaltung und Fleischproduktion eingeschränkt wurden. Getreide wurde nicht mehr unter großem Industrieaufwand verarbeitet, sondern als Vollkorn genossen. Die Landwirtschaft wurde angewiesen, anstelle von Fleisch mehr Getreide, Gemüse, Obst und Milchprodukte zu liefern. Nach einem Jahr sank die Todesrate um 40 Prozent. Die in anderen europäischen Ländern zu jener Zeit wütenden Krankheiten, einschließlich einer verheerenden Grippeepidemie, gingen an Dänemark fast spurlos vorüber. Dänemark wurde zum gesündesten Land Europas."

Diese Passage hat mich in zweierlei Hinsichten aufhorchen lassen. Auf der einen Seite ist es ja bekannt, dass man die Bevölkerung der Erde einigermaßen gescheit ernähren könnte, wenn man sich von der industriellen Fleischproduktion der Massentierhaltung verabschieden und auf pflanzliche Nahrung umstellen würde. Fantastisch, dass Dänemak damals so handelte. Und die Todesrate ist angeblich um 40% gesunken! Wenn das wirklich stimmt (ich hätte da gerne eine Quellenangabe gehabt), dann ist das etwas, was niemand wegdiskutieren kann.

Und an zweiter Stelle frage ich mich, ob es wirklich am vollem Korn gelegen hat. Klar, er schreibt, dass auch andere Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Milchprodukte vermehrt gegessen wurden (auch hier wünschte ich mir etwas mehr Detailtiefe). In mir brütet nämlich schon länger die Frage, ob ich wieder Getreide in meine Ernährung aufnehmen sollte ... Der erste Schritt wäre auf jeden Fall, wenn - dann nur gekeimt. Aber mhm... welches und wie viel? Tut mir das gut? Ich lese grade das Buch Meine Rezepte für eine bessere Welt von Alicia Silverstone, und für sie steht Getreide (und Hülsenfrüchte/Bohnen) an erster Stelle und am Besten solle man es zu jeder Malzeit zu sich nehmen.

Ich bin ein wenig verwirrt, denn Getreide zählt zu den schleimbildenden Nahrungsmitteln, und übermäßiger Genuss hat mir z.B. gezeigt, dass ich mit verklebten Augen und tropfender Nase reagiere. Ich weiß allerdings nicht, wie es mit gekeimten Getreidekörner ist. In der Rohkostszene gibt es viele Richtungen, die einen verteufeln das Getreide total, die anderen haben es integriert und lieben es.

Ich bin noch zu keinem Schluß gekommen... aber wahrscheinlich werde ich über kurz oder lang mal wieder ein Experiment starten und mit dem gekeimten Getreide expermientieren... Doch ich fühle mich etwas ratlos...



Kommentare:

  1. Hi Miri,

    ich würde einfach experimentieren.
    Wenn du merkst, es bekommt dir nicht, lässt du es halt wieder.
    Ich lasse es weg. Bei mir keimen gerade die letzten Kichererbsen, die werden noch zu Crackern gemacht und dann bin ich durch mit Bohnen und Getreide.
    Mir bekommt das einfach nicht. Es liegt mir selbst gekeimt wie ein Stein im Magen.
    Von daher habe ich genug experimentiert.

    Aber wenn es für dich lecker und bekömmlich ist und du es gerne integrieren magst, versuch es doch!
    Nicht sehr hilfreich oder? ;o)
    Es gibt so viele Richtungen und Meinungen und alle klingen auch immer überzeugend. Inzwischen glaube ich, man kann nur durch Selbstexperimente rausfinden, was einem gut tut.

    Liebe Grüße
    Kris

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  2. Liebe Miri,
    ich schliesse mich Kris voellig an!
    Im alten China haben die Taoisten auf der Suche nach Unsterblichkeit auch sehr viel probiert und das Korn in einigen Richtungen ihrer Schuke verbannt. Andere wiederum haben es spaeter wieder integriert. Ich denke, Dein Koerper wird Dir den richtigen Weg weisen. Vielleicht sollte man versuchen, die am wenigsten veraenderten Sorten zu nehmen, nicht unbedingt die am staerksten durch Zuchtauslese veraenderten. Keimlinge sind ja auch nochmal was anderes, von den Inhaltsstoffen her. Und die verzehrten Mengen entscheiden ja auch darueber, ob man einen gesundheitlichen Nutzen oder Nachteil davon hat...
    Ich wuensch' Dir frohes experimentieren und freue mich schon jetzt auf Deine Erkenntnisse...
    Liebe Gruesse,
    Claudia

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  3. @Kris:
    Wie schmecken Dir die gekeimten Kichererbsen? Das hab ich noch gar nicht ausprobiert, werde ich dann aber demnächst wirklich mal machen. Ich finde es auch immer schwierig, egal welches Buch am liest oder für welche Richtung man sich interessiert - alle sind auf ihre eigene Art sehr schlüßig und versprechen das Beste- Aber den richtigen Weg kann man doch doch nur für sich selbst entdecken. Also ausprobieren...
    Liebe Grüße!!

    @Claudia:
    Das liest sich aber spannend mit den Taoisten, ich glaube da schnuppere ich mal ein wenig nach. Ja, an die Ursorten habe ich auch schon gedacht, wie z.B. Einkorn oder Emmer. Ich werde mich da wohl auf ein Experminet begeben und mal wieder ausprobieren. Lecker kann ich es mir schon vorstellen, vllt als Essenerbrot oder ähnliches, denn ich bin kein Müsli-Fan.
    Ganz liebe Grüße, Miri

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  4. Dir ist ein "k" im Titel abhanden gekommen. :-)

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  5. Oh oh oh... danke unbekannter Wohltäter! Super lieb von Dir, mir ist es absolut nicht aufgefallen... ♥♥♥ und schon geändert!!

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  6. Ich habe jetzt gerade bei Graham was zum Thema Getreide gelesen, was ich doch noch mal mitteilen wollte, einfach weil ich selber es noch nie gehört hatte.
    Ich hoffe, ich bekomme es einigermaßen wiedergegeben.
    Graham meint, dass Getreide unlösliche Ballaststoffe enthält. Die quellen nicht mit Wasser auf, deswegen sind sie scharfkantig und spitz und verletzen im Kleinen die Darmwand.
    Die verdauungsfördernde Wirkung von Getreide kommt demnach eher davon, dass der Darm das schnell loswerden will.
    Durch die kleinen Verletzungen verdickt aber auf Dauer die Darmwand. Und deswegen würde man immer mehr Ballaststoffe aus Getreide brauchen, wenn man sie für die Verdauung nimmt.
    Frucht und Gemüse enthält lösliche Ballaststoffe, da hat man das Problem nicht.
    Ob man es nun glaubt oder nicht, interessant fand ich es trotzdem. Ist jetzt auch nur die Kurzform.

    Die gekeimten Kichererbsen schmecken ganz okay. Ich esse sie auf Noriblättern getrocknet mit Curry. Man schmeckt also nicht so viel von den Kichererbsen an sich.
    Das ist mehr der Konsistenzgeber für LowFat Cracker.

    Liebe Grüße
    Kris

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